Die Welt ist besser geworden

Die Welt ist voller Pessimisten. Pessimismus ist auch ein einträgliches Geschäftsmodell, da viele aus den von ihnen erzeugten Ängsten erhebliche Einnahmen generieren. Zu den Negativbeschreibungen der Welt zählt es, dass weltweit Hunger, Katastrophen und Kriege herrschen. Das ist, wie uns jeder Tag lehrt, leider nicht ganz falsch. Aber zur Wahrheit zählt auch, dass die Verhältnisse besser geworden sind – und darauf wird selten verwiesen. Denn das schadet dem Spendenaufkommen.

Der Psychologe Steven Pinker und der Mediziner Hans Rosling haben auf 700 Seiten zusammengetragen, was die Welt nicht schlechter, sondern besser gemacht hat. Ein paar Beispiele: Der Anteil unterernährter Menschen ist von 28 Prozent anno 1970 auf 11 Prozent im Jahr 2015 gefallen. Von 1961 bis 2014 nahm der Getreideertrag in 1000 Kilogramm je Hektar von 1,4 auf 4 zu. Die Sterblichkeit von Kindern vor ihrem 4. Lebensjahr – im Jahr 1800 noch bei 44 % – lag 2016 nur noch bei vier Prozent. Oder: 1970 wurden noch 65 % aller Mädchen in die Grundschule eingeschult – heute sind es mehr als 90 Prozent. Die Zahl der wissenschaftlichen Fachartikel steigt exorbitant von Jahr zu Jahr, also auch das verfügbare Wissen. Und der Artenschutz macht ebenfalls große Fortschritte: 1959 galten noch 34 Arten als bedroht und besonders schützenswert, heute hat man fast 90 000 Arten unter Schutz gestellt.

Auch das Pro-Kopf-Einkommen stieg in fast allen Ländern weltweit massiv an. An Quatar, Luxemburg oder Singapur kommt so schnell niemand heran, aber die Spitzengruppe ist dicht gefüllt mit Staaten der westlichen oder asiatischen Welt, die allermeisten halten sich in der Mittelgruppe auf, im letzten Waggon liegen Somalia, Burundi, der Kongo und Niger abgeschlagen und nagen wirklich am Hungertuch. Immerhin: Es sind nur noch ganz wenige Staaten, wo wirklich des Hungers wegen gestorben wird.

Die Welt ist im Ganzen nicht schlechter geworden. Und wir haben das Potential, die Dinge weiter zu verbessern. Man muss nur der Wissenschaft die Chance geben, ihre Erkenntnisse auch umzusetzen und darf sie nicht durch ideologische Scheuklappen an der Verwirklichung der Möglichkeiten hindern. Dies aber geschieht auf drastische Weise zum Beispiel auf dem Gebiete der grünen Gentechnologie, also genau dort, wo die meisten Hoffnungen für eine stabile Ernährung der steigenden Weltbevölkerung liegen.

Schon allein die Feststellung, dass so viele Dinge besser geworden sind in der Welt, wird Einwände auslösen: Man könne doch nicht zufrieden sein mit der unveränderten Existenz von Hunger und Krieg. Nein, das kann man nicht, absolut gesehen. Aber man kann dankbar darauf verweisen, dass sich Probleme wenigstens relativ verkleinert haben, ohne dass das die unverändert sinnvolle Hilfsbereitschaft schmälern müsste.

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