Umweltpolitik als Systemfrage

Die Grünen, insgesamt auf dem absteigenden Ast, haben sich in diesem Wahlkampf an einem Thema festgebissen, das ihnen an der Urne die Rettung bringen soll: dem Verbrennungsmotor. Ganz plötzlich steht er als Umwelt-Sündenbock da, alle umweltpolitische Wut, zu der die Grünen in der Lage sind, konzentrieren sie auf ihn.

Tatsächlich aber handelt es sich beim Verbrennungsmotor – wie es der Karlsruher Maschinenbau-Professor Thomas Koch jetzt in einem Interview ausgedrückt hat – um die „anspruchsvollste Maschine der Welt“, und sie werde noch viele Jahrzehnte gebraucht. Denn auf absehbare Zeit wird keine Alternative zu ihm möglich sein, wenn es um starke Einsätze geht: Ein Wohnwagen beispielsweise lässt sich mit einem E-Motor nicht weit ziehen, alle Einsätze mit großer Kraft, im Gelände und anderswo, sind ohne Verbrennungsmotor nicht denkbar. Alle Fachleute aller Parteien wissen das, und dennoch lassen ideologiebesessene Umweltpolitiker das Volk in seiner physikalischen Ahnungslosigkeit, statt ihm reinen Wein einzuschenken, der da heißt: Ohne Verbrennungsmotor geht es nicht.

Ohne CO2, ohne Stickoxide und Ruß allerdings schon, und so sieht die differenzierte Wahrheit aus: Es ist ein Verbrennungsmotor vorstellbar, der die Vorzüge behält, aber zugleich umweltpolitisch nachhaltig und schadstofffrei arbeitet. Daran muss man arbeiten, die Technologie also verbessern, statt sie in Bausch und Bogen zu kriminalisieren. Da das aber geschieht, folgert der Karlsruher Professor zu Recht: „Es gibt kein anderes Land, in dem der eigene Wohlstand mit so viel Hass und Ideologie torpediert wird“, die „verlogene Diskussion“ gleiche einer „regelrechten Selbstzerfleischung“.

Tatsächlich muss man fragen: Wer hat ein Interesse daran, auf diese Weise dem Standort Deutschland, seiner Spitzentechnologie, seinen Arbeitnehmern so massiv zu schaden? Sind es die Konkurrenten im Ausland, die uns die Spitzenstellung neiden? Sind es Ideologen, die das Wirtschaftssystem und seine Freiheiten ablehnen? Wer bei den Grünen hat welche Absichten? Man kennt sich in dieser Partei nicht aus. Da gibt es Menschen mit Vernunft wie den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Kretschmann oder den Nord-Grünen Robert Habeck, aber eben auch umweltpolitische und wirtschaftsfeindliche gleichsam stalinistische Figuren wie die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund, die jedes Gespräch mit der Wirtschaft ablehnt.

Es ist Zeit, dass den Menschen in Deutschland die tatsächlichen Hintergründe klar werden. Die umweltpolitische Diskussion hat längst nicht mehr einen vernünftigen Umweltschutz zum Ziel, sie zielt auf das System und damit auf unseren Wohlstand, unsere Arbeitsplätze, unsere Freiheit. Die muss erhalten werden. Da ist es gut, dass sich jetzt auch die Wissenschaft zu Wort meldet.

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